Sankt Martin – Der heilige Bischof von Tours

Der Martinstag ist im Kirchenjahr das Fest zu Ehren des heiligen Martin, dem dritten Bischof von Tours, und wird am 11. November begangen. Dieser Tag steht in Verbindung mit seiner Grablegung im Jahr 397. Er zählt zu einem der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche, wird aber ebenso in der orthodoxen, anglikanischen und evangelischen verehrt. Mit dem Martinstag beginnt die Laternenzeit. Dies spiegelt sich auch, in den an diesem Tag weit verbreiteten Laternenumzügen wieder. Aber warum spricht man von der Martinsgans?

Die Legende vom heiligen Martin

Nach den Überlieferungen war der Martin ein römischer Soldat, welche im Jahr 316 nach Christus das Licht der Welt erblickt haben soll. An einem kalten Wintertag, die Straßen waren mit einer dicken Schneeschicht bedeckt, ritt er auf dem Weg in die Stadt Amiens an einem Bettler vorbei, der vom Hunger geplagt und vor eisiger Kälte frierend am Wegesrand saß und um Hilfe bettelte. Martin hielt sofort an, nahm sein Schwert und teilte seinen warmen Mantel in zwei Hälften. Eine der Hälften übergab er dem Bettler. Ohne das sich der Bettler bedanken konnte, ritt Martin schnellen Schrittes Richtung Stadt davon. In der darauffolgenden Nacht erschien ihm der Bettler im Traum und gab sich als Jesus Christus zu erkennen. Er trug den halben Mantel und sprach zu den Engeln: „Seht das ist Martin, der noch nicht getauft ist. Er hat mich bekleidet.“ Dieser Traum beeindruckte Martin so sehr, dass er sich taufen ließ, seinen Dienst als Offizier quittierte und fortan Gott diente. Er wurde Missionar und später zum Priester geweiht. Durch sein frommes Büßerleben und seine Hilfsbereitschaft beeindruckte er das Volk so sehr, dass sie ihn zum Bischof von Tours wählen wollten.

Was hat nun die Gans mit dem heiligen Martin zu tun?

Aus Angst der großen Aufgabe nicht gewachsen zu sein, versteckte sich Martin der Legende nach in einem Gänsestall. So hoffte er der Würde zu entgehen. Die Gänse im Stall schnatterten aber so laut, dass Martin kurze Zeit später entdeckt und anschließend zum Bischof geweiht wurde. Eine andere Legende besagt, dass die Gänse in die Kirche gewatschelt kamen und eine Predigt von Martin mit ihrem Geschnatter störten. Zur „Strafe“ wurden die Gänse heute gebraten. Dieses Ritual hat sich bis heute gehalten. Am 11. November 397 wurde er zu Grabe getragen und später heiliggesprochen.

Martinslieder

  1. Sankt Martin
  2. Martin war ein frommer Mann
  3. Martinslied
  4. Licht in der Laterne
  5. Durch die Straßen
  6. Ich gehe mit meiner Laterne
  7. Laterne, Laterne

Martinsspiel

In vielen Waldorfschulen findet um den 11. November herum ein Martinsfest statt. In diesem Rahmen wird auch oft ein Martinsspiel aufgeführt. Inhaltlich gibt es die Legende wieder, aber in der Ausführung gibt es viele verschiedene Varianten.

Martinsfest

An unserer Schule veranstalten wir einen Martinsbasar. Es werden nicht nur Laternen gebastelt, sondern auch viele Basteleien zur Voradventszeit angeboten, es gibt einen Laternenumzug, das Martinsspiel wird von der 2. Klasse aufgeführt und es werden Martinshörnchen verteilt.

Gedichte zum Martinstag

Kinderfest im Herbst

Doch ehe der Herbst uns ganz verläßt,
So bringt er uns noch ein Kinderfest:
Sobald es Abend, zieh’n wir aus
Und wandern singend von Haus zu Haus,

Und bitten dem heiligen Martin zu Ehren
Uns kleinen Kindern was zu bescheren.
Da reicht man uns Äpfel und Nüsse dar,
Zuweilen auch Honigkuchen sogar.

Wir sprechen unsern Dank dafür aus
Und wandern dann in ein anderes Haus.
Nun lasst uns heute singen auch
Wie’s ist am Martinstag der Brauch!

Autor: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
Titel: Kinderfest im Herbst
Buch: Kinderlieder von Hoffmann von Fallersleben (Erste vollständige Ausgabe, Zweite Auflage 1878)

Der Herbststurm

Der Herbststurm braust durch Wald und Feld,
die Blätter fallen nieder
und von dem dunklen Himmelszelt
sehn schwarz die Wolken nieder.

Sankt Martin reitet dann sein Pferd
so schnell die Wolken eilen;
in seiner Rechten blitzt das Schwert,
die Nebel zu zerteilen.

Das Schwert, womit als Reitersmann
den Mantel er zerschnitten,
den er geschenkt dem armen Mann
und weiter ist geritten.

Ludwig Uhland (1787-1862)

Rezepte zur Martinszeit

  1. Martinshörnchen – werden mit einem lieben Menschen gebrochen. Rezepte dazu findet man auf chefkoch.de
  2. Gebratene Martinsgans
  3. Stutenkerle/Weckmänner/Martinsweckle – Rezepte findet ihr z.B. auf eatsmarter.de

Bastelideen

  1. Laternen in verschiedenen Varianten – Hier findet ihr Anleitungen für zwei Laternen: https://www.youtube.com/watch?v=rCefrgGxYxs und https://www.youtube.com/watch?v=XI48GN6iiHE
  2. Sankt Martin oder die Martinsgans basteln- Eine Anleitung findet ihr hier: http://www.kinderspiele-welt.de/herbst/st-martin-basteln.html

 

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