Ursachen für eine Dyskalkulie (Rechenstörung)

Warum haben Kinder Schwierigkeiten Zahlen und Mengen zu ergreifen und die sich daraus ergebenen Rechenoperationen zu erlernen? Wissenschaftlich betrachtet, zeigt sich, dass die numerischen Fähigkeiten und Fertigkeiten unabhängig von den sprachlichen und anderen Kompetenzen betrachtet werden müssen. Auch gibt es keinen direkten Zusammenhang zur Intelligenz eines Menschen. Sie sind somit ein eigenständig zu betrachtende kognitive Begabung. Die wissenschaftliche Ursachenforschung bietet noch keinen Katalog für feststehende Ursachen, sondern geht vielmehr von vier verschiedenen Ursachenszenarien aus.

  1. Organisch-neurologische Ursachen

Zu den organisch-neurologischen Ursachen zählen zum Beispiel Schwächen in der visuellen Verarbeitung, motorische Schwierigkeiten sowie Störungen im Zusammenspiel mehrerer Gehirnregionen.

  1. Psychische, emotionale, soziale Ursachen

Meistens werden diese durch das direkte Umfeld des Kindes ausgelöst, zum Beispiel durch Zeitmangel der Eltern, veränderte Familienstrukturen, ein veränderter Erziehungsstil, die Einkindfamilie, ein negatives Selbstbild oder gesellschaftliche Vorurteile. Weiterhin können vorliegende Probleme im Rechnen auch auf eine angstbedingte Konzentrationsstörung oder eine depressiv bedingte Leistungsblockierung zurückgeführt werden. Jedoch stellen diese eher eine Ausnahme dar. Wissenschaftler mahnen an, dass ein Mangel an Alltags-, Bewegungs- und Spielerfahrung ebenfalls eine Rechenstörung begünstigen kann.

  1. Didaktische Ursachen

Die didaktischen Methoden oder Lehrmaterialien sind meist nur auf mathematisch begabte Kinder ausgerichtet. Oft kommen die Übungsphasen im Unterricht zu kurz, so dass Kinder mit Schwierigkeiten keine Zeit haben die Rechenschritte zu durchdringen und anzuwenden. Sie beginnen die Rechenschritte auswendig zu lernen.

  1. Genetisch bedingte Ursachen

Es gibt in der Wissenschaft einen Ansatz der sich darauf beruft, dass das Vorliegen einer Rechenstörung genetisch bedingt sein kann. In einzelnen Säuglingsstudien wurde nachgewiesen, das mathematische Fähigkeiten bereits angeboren sind.

Rechenstörungen können ebenfalls verstärkt werden durch:

  • einen häufigen Lehrerwechsel in der Grundschulzeit und einem damit einhergehenden Wechsel der Unterrichtsmethoden
  • eine Vernachlässigung des Rechnens, um andere Kompetenzen wie das Lesen und das Schreiben zu stärken
  • eine zu große Klassenstärke
  • Mobbing durch Mitschüler, Lehrer, Eltern usw.

 

 

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